V

Verbrauchsstiftung

2014 wurde unsere Stiftung umgewandelt, um ihre Finanzkraft zu stärken. Seitdem arbeiten wir wie eine sogenannte Verbrauchsstiftung. Diese organisatorische und finanzielle Änderung hatte zur Folge, dass ab diesem Zeitpunkt neben den Erträgen aus vorhandenem Kapital nun auch das Ausstattungskapital sukzessive über einen Zeitraum von 15 Jahren für Fördermaßnahmen verwendet wird.

Vermögensverbrauch

Die E.ON Stiftung ist als gGmbH konzipiert und arbeitet wie eine Verbrauchsstiftung. Das bedeutet, dass die gemeinnützige Projektarbeit nicht nur aus Anlageerträgen finanziert wird, sondern auch aus dem Stiftungsvermögen selbst. Die finanzielle Schlagkraft der Stiftung ist damit deutlich höher. Die mit dieser Konzeption verbundene Beendigung der Stiftung tritt zu einem Zeitpunkt ein, in dem der Stiftungszweck (Zweck) nach unseren Erwartungen erfüllt sein wird (Futur II).

Vernunft

Machen wir’s kurz: mit Alexander Kluge. Aus Immanuel Kants „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ entlehnt er die Bestimmung, die Vernunft – bei Kant unser „Hang und Beruf zum freien Denken“ – sei der „zärtliche Keim“, den die Natur uns eingegeben habe. Also eine natürliche Ressource, die wir pflegen sollten, auf dass sie wachse (Wachstum).

Vision

Lateinisch visio: Erscheinung, Anblick. Auch: Ich sehe was, was du nicht siehst (Fake Star). Der Visionär oder die Visionärin sieht und erlebt etwas als real (Immersion), das anderen – objektiv – nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Zum Beispiel eine Marien-Erscheinung. Weder zwangsläufig religiös noch pathologisch ist die Vision als Wunschbild, als Ideal einer besseren Zukunft. Und jetzt zu unserer Vision: Das Energiesystem der Zukunft ist weitgehend dezentral, digital und dekarbonisiert. Viele Menschen sind in diesem System aktiv: als Prosumer, als Innovatoren, Unternehmerinnen oder Beschäftigte, als Mitglieder neuer Gemeinschaften, als Botschafterinnen und Botschafter. Die hohe gesellschaftliche Beteiligung geht maßgeblich auf innovative und sozial nachhaltige Lösungen zurück, die die E.ON Stiftung gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern entwickelt und erprobt hat. Mit ihrem Erfahrungswissen und Netzwerk ist die E.ON Stiftung präferierte Partnerin für Fragen sozialer Innovationen und gesellschaftlicher Teilhabe (Teilen) im neuen Energiesystem, das kontinuierlich fortentwickelt wird. Zum Beispiel mit dem Projekt „EnVision – Eine Vision für die Energiewende gestalten“.

VISIT

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2010. Ein kleines, engagiertes Stiftungsteam macht sich auf den Weg, um von Essen aus neue Welten (Utopie) zu erforschen, neue Lösungen für Energiesystem und Zivilisation der Zukunft … 2010 bestiegen wir unser „Raumschiff Enterprise“ (Unternehmensstiftung) und starteten das Künstlerstipendium VISIT. Mit unserem Artist in Residence Programm eröffnen wir Kunstschaffenden Freiräume für individuelle Gestaltungen und außergewöhnliche Kunst-Projekte. Die Stipendiaten und Stipendiatinnen entwickeln in je sechs Monaten ihre Arbeiten und Projekte an deutschen oder internationalen Unternehmensstandorten. Manchmal auf hoher See. Lukas Marxt drehte 2011 seinen Film „Nella Fantasia“ auf der Bohrinsel Snorre A in der Nordsee vor Norwegen. Acht Jahre später zog es Céline Berger hinaus zum Off-Shore Windpark vor Helgoland. Viel Raum, „unendliche Weiten“ für Vision, Überraschung, Perspektivwechsel. Viele künstlerische Erfolge, die weitertragen: zum Beispiel Sam Hopkins, der sein „Ministry of Plastic“ beim Weltklimagipfel COP23 vorstellte. Oder Mario Pfeiffer der seine Videoinstallation Black/White/Grey im Museum Folkwang zeigte. Seine Frage: Wie sicher ist Energiedistribution im 21. Jahrhundert?