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Teilen

Grundwort. Wir teilen alles: Essen, Wasser (H2O), Ressourcen, Verkehrsmittel (Mobilität), wir teilen den Platz zum Leben, den Planeten (Holozän), das Weltall, wir teilen Energie, Liebe, Freude und Schmerz. Mangelnde Teilhabe am sozialen Leben in Gemeinschaft bringt uns um. Wir teilen Sinn und Unsinn in sozialen Netzwerken, wir teilen unsere Daten, manchmal freigiebig, manchmal kritisch und vorsichtig. Der Umgang mit Daten wirft ethische Fragen auf, die im Fokus des Projekts „Ethische Herausforderungen der digitalen Energiewende“ des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik (WZGE) stehen. Denn die Transformation von Energiesystem und Gesellschaft braucht präzise Daten, um Angebot und Bedarf aufeinander abzustimmen – und Datenteilen braucht Vertrauen. Am Ende wird es das Teilen sein, das die Spaltung der Gesellschaft überwindet.

Tesla, Nikola

(1856–1943) serbischer Physiker, emigrierte in den 1880er-Jahren in die USA – zunächst zum Glühbirnen-Magnaten Thomas Alva Edison, der später sein Gegenspieler wurde. Genialer Erfinder, leidenschaftlicher Pionier, Pechvogel. Magier der Elektrizität, Strompoet, der vor ausverkauften Sälen mit Blitzen jonglierte, wiederholt brannte sein Labor ab. Glaubte um die Jahrhundertwende, ein kabelloses Welt-Energie-System gefunden zu haben, das Informationen und Energie über die ganze Erde sendet: freie Energie für alle! 1900: Patent über drahtlose Energieübertragung. Er erfand die Bogenlampe, den Zweiphasenwechselstrom, die Tesla-Turbine, das Tesla-Ventil, die Fernsteuerung, die Grundlage des Radios, meldete allein in den USA 112 Patente an und erhielt weltweit zwölf Ehrendoktorwürden. Diverse Dinge im Universum sind nach ihm benannt, vom Mondkrater bis zur Ehrenmedaille, vom Asteroiden bis zum bisher bekanntesten E-Automobil. Ein würdiger Name also für eine zukunftsträchtige Erfindung! So ein Tesla fährt natürlich mit Wechselstrom. Für viele Menschen jetzt noch zu teuer (Gerechtigkeit; Mobilität; Nachhaltigkeit).

Transformation

Ein weiteres Wort für Wandel und Wende. Wir setzen auf eine Energiewende, die zugleich eine nachhaltige Umwandlung der ganzen Gesellschaft bedeutet. Wir sind überzeugt: Erneuerbare Energien besitzen das emanzipatorische Potenzial, Menschen von zentralistischen Strukturen zu befreien. Dezentralisierung eröffnet Raum für neue Gemeinschaft, Eigenverantwortung, Gerechtigkeit, Teilhabe (Teilen) und Transparenz. Der tiefgreifende Megatrend unserer Gegenwart, die Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche, spielt eine entscheidende Rolle: Das emanzipatorische Potenzial der Energiewende lässt sich nur erschließen, wenn wir die Digitalisierung richtig verstehen und gestalten. Die E.ON Stiftung will die Transformation neu denken – breit, vernetzt, interdisziplinär, sektorenübergreifend. Hierbei spielen die Erhebung, Verarbeitung und Bewertung von Daten über Einstellungen und Präferenzen der Menschen zum gesellschaftlichen Wandel eine entscheidende Rolle.