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Kapital

… kommt vom lateinischen capitalis, „den Kopf (caput) betreffend“. Ein zentraler Grundbegriff in Soziologie und Wirtschaftslehre. Wir ersparen Ihnen hier Definitionen, aber so viel ist klar: Ohne Kapital (Moos) ist nicht viel los. Kapital meint nämlich landläufig: Geldvermögen. Daneben gibt es zum Beispiel auch „geistiges Kapital“ als Summe dessen, was ein Mensch weiß oder „menschliches Kapital“ an zwischenmenschlichen Beziehungen (Netzwerk). Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie „Das Kapitel“ hören? Ein Buchtitel von Karl Marx! Nach Marx ist Kapital ein Geldbetrag, der investiert wird, um eine höhere Summe zurückzuerhalten. Kapitalvermehrung durch Arbeitskraft. Ein Kreislauf! Und wir? Die E.ON Stiftung verfügt über ein Eigenkapital von gut 50 Millionen Euro.

Klimawandel

… bezeichnet die Veränderung des Klimas auf der Erde durch natürliche oder menschliche Einflüsse, insbesondere Abkühlung oder Erwärmung. Die gegenwärtige globale Erderwärmung ist definitiv kein Fake, sondern ein menschengemachtes Faktum, vor allem bedingt durch die Konzentration von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO2; Oxid), Methan (CH4) und Wasserdampf (H2O) in der Atmosphäre – denn bestimmend für den Energiehaushalt auf der Erdoberfläche ist die Einstrahlung der Sonne. Mit dem Weltklimaabkommen (Paris) versucht die UN-Klimakonferenz, die globale Erwärmung zu begrenzen. Die Arbeit unserer Stiftung, die Unterstützung von Projekten, die aktiv die lebensnotwendige Energiewende (Green Deal) mitgestalten, verfolgt dasselbe Ziel.

Kohle

Jede Menge! Aber nicht unbegrenzt. Und der Grund, warum das Ruhrgebiet auch einfach „das Revier“ heißt: nämlich das Kohlerevier. Die letzten Steinkohlenzechen Deutschlands in Ibbenbüren und Bottrop schlossen Ende 2018 – eine wichtige Zäsur auf dem Weg Caput von fossilen hin zu erneuerbaren Energien (Klimawandel; Ökostrom; Paris). Mit dem Ende des Steinkohlenbergbaus und der Energiewende wandelt sich die gesamte Region (Strukturwandel).

Konflikt

Nicht beliebt, wie alles, was wehtut. Begleitet aber jeden Wandel und beinah jede Zusammenarbeit. Unsere Projekte sind vor allem dort angesiedelt, wo sich Veränderungen in Deutschland und Europa aktiv gestalten lassen (Chance; Green Deal). Diese Transformationsprozesse sind von Interessenkonflikten gekennzeichnet, die wir nicht lösen können. Wir verstehen es aber als unsere Aufgabe, sie kritisch zu reflektieren (Denken) und die unterschiedlichen Positionen und Präferenzen miteinander ins Gespräch (Dialog) zu bringen. Durch unsere Arbeit und die unserer Partnerinnen und Partner bieten wir eine lebendige Plattform für fairen und konstruktiven Austausch. Wichtig für uns: der kritische Blick, die originelle Perspektive, die innovative Methode (Innovation).

Kreislauf

Im Gegensatz zum „Wegwerf-Kapitalismus“ (Kapital), der auf dem Ideal permanenten Wachstums fußt, zielt eine Kreislaufwirtschaft darauf ab, Güter und Rohstoffe möglichst lange im Wirtschaftssystem zu halten und zu recyceln. In einer linearen Wirtschaft werden Güter produziert, verkauft, genutzt – und weggeworfen. Die in ihnen enthaltenen Rohstoffe scheiden aus der Wirtschaft aus. Die Kreislaufwirtschaft koppelt Produktion und Konsum (Prosum): Die Rohstoffe bleiben und kreisen im System. Im Zentrum stehen Recycling und Wiederverwendung (Cradle to cradle).

Kunst

Ein weites Feld. Mit unserem Artist in Residence Programm VISIT fördern wir Kunst, die sich im ebenso weiten Feld der Energie bewegt: materiell und metaphorisch. Kunst, die verwandelt: Perspektiven und Stoffe. Oder beides, wie die Arbeit „Simplifikation“, die VISIT-Künstler Christian Keinstar unter anderem im Duisburger Lehmbruck Museum zeigte: ein Kopf aus Metall, der langsam zerfließt und neu gegossen wird. Ein Kreislauf aus Vergehen und Werden, Zerfließen und Neuformen, eine andauernde Transformation. Provozierend, konkret – und melancholisch wie das Leben (Mensch). Kunst, die Digitalisierung kritisch hinterfragt: Mario Pfeifer verbindet in seinen Videoarbeiten dokumentarisches Material mit Interviews und Inszenierungen. Seine Videoinstallation „Black/White/Grey im Museum Folkwang basiert auf Recherchen zum Hacking im Energiesektor. Pfeifer lässt IT-Forensiker, Mitarbeiter von Energiekonzernen und Hacker zu Wort kommen: globale Szenarien der Cyberkriminalität.