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Handeln

Nachdem Martin Heidegger in seiner Vorlesung im Wintersemester 1951/52 konstatiert hatte, „daß wir noch nicht denken; immer noch nicht, obgleich der Weltzustand fortgesetzt bedenklicher wird“ (Denken), setzte er seinen Gedanken zu unserer Freude so fort: „Dieser Vorgang scheint freilich eher zu fordern, daß der Mensch handelt und zwar ohne Verzug, statt in Konferenzen und auf Kongressen zu reden und sich im bloßen Vorstellen dessen zu bewegen, was sein sollte und wie es gemacht werden müßte. Somit fehlt es am Handeln und keineswegs am Denken. Und dennoch – vielleicht hat der bisherige Mensch seit Jahrhunderten bereits zu viel gehandelt und zu wenig gedacht.“ Wir müssen neu denken – und handeln. Visionen entwickeln – und sie erproben, sie zu realen Handlungsoptionen machen, konkret lokal verankert und zugleich übertragbar, regional und global. Die Schnittstelle: das Labor.

HIIG

Deutschland – Land der Tüftlerinnen und Pioniere. Und die sind immer für Überraschungen gut! Das HIIG, also das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, begleitet Prozesse sozialer und ökonomischer Innovation durch anwendungsorientierte Forschung. Die Studie „Nutzerinnovationen für Smart Energy“, unterstützt durch die E.ON Stiftung, zeigt einen riesigen ungehobenen Schatz: Anwender und Verbraucherinnen haben gute Ideen für Verbesserungen im Bereich Smart Energy – ohne Ende. Und wir brauchen viele tolle Ideen, mehr Co-Creation – und damit Möglichkeiten und Schnittstellen, wie Menschen an Innovationsprozessen teilnehmen können, viel mehr direkten Kontakt und Austausch mit Unternehmen, Institutionen, Forschenden und Nutzenden (Netzwerk; Transformation; Zusammenarbeit). Wir wollen finden und vernetzen! Nämlich all jene Tüftler und Pionierinnen, die neue Wege zur Klimaneutralität weisen und gehen.

Holozän

Erdzeitalter und Klimaepoche bis heute, mehr als 11.000 Jahre nach der Eiszeit. „Der Mensch erscheint im Holozän“ nannte Max Frisch 1979 eine Erzählung. Und da er, der Mensch, nach Erscheinen sofort begann, unauslöschliche Spuren zu hinterlassen, nennen Fachleute unser gegenwärtiges Zeitalter Anthropozän – das Zeitalter des Menschen. Unser Zeitalter. Was um und in uns passiert, ist untrennbar mit Natur verbunden, aber mit einer Natur, die so durchformt und umgestaltet ist von Generationen von Menschen, dass die Folgen die Zeitspanne von Menschenleben weit überschreiten (Nebel). Der Mensch bohrt sich in den Erdkern, fliegt ins Weltall und hinterlässt Müll. Zeit zu verschwinden? In unserem Podcast Pain Points widerspricht Wissenschaftsjournalist Christian Schwägerl: Der Begriff Anthropozän schaffe einen Perspektivwechsel hin zu einer lebensfreundlichen Haltung, einem Gefühl für persönlichen Bezug. Und sogar Optimismus (Chance). Schwägerl skizziert im Podcast das Ideal einer ökologischen Zivilisation (Green Deal; Transformation). Teilen statt Ausbeuten.

H2O

Chemische Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff, die je nach Temperatur fest als Eis, flüssig als Wasser oder gasförmig (Nebel) vorkommt, farb-, geruch- und geschmacklos. Bedeckt mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche und auch jeder menschliche Körper besteht – je nach Alter – zu 60 bis 90 Prozent aus Wasser. Wasser gilt als Grundstoff des Lebens, alles Leben kommt aus dem Wasser, Wasser ist überlebenswichtige Ressource – und traditioneller Energieträger, von der Quelle bis zum Ozean, von der klappernden Mühle am Bach bis zum Wasserkraftwerk. Kurz und schön gesagt mit Heraklit (Jetzt): panta rhei – alles fließt. Übrigens: Auch in der biblischen Schöpfungsgeschichte (Anfang) kommt das Wasser vor dem Licht, denn der Geist Gottes schwebte über dem Wasser, ehe Gott zu sprechen begann …