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Dekarbonisierung, dekarbonisiert

Carbon gleich Kohlenstoff (von lateinisch carboneum). Grundstoff von so ziemlich allem, was wir natürlich nennen, vom abgeschnittenen Fingernagel bis zum Diamanten. Gemeinsam mit einem weiteren Grundstoff des Lebens, dem Sauerstoff, wird aus Kohlenstoff CO2 – eines der Treibhausgase. Auf dem Weltklimagipfel in Paris 2015 wurde eine radikale Abkehr von der Nutzung fossiler Energieträger wie Öl und Kohle beschlossen. Ziel: ein niedrigerer Umsatz von Kohlenstoff. Und genau das nennen wir: Dekarbonisierung. Die Weltgemeinschaft setzt auf die unerschöpfliche Kraft regenerativer Quellen, allen voran Sonne, Wind und Wasser (H2O). Wir auch.

Denken

„Das Bedenklichste ist, daß wir noch nicht denken; immer noch nicht, obgleich der Weltzustand fortgesetzt bedenklicher wird“, beklagt Martin Heidegger (Handeln; Nebel) in einer Vorlesung im Wintersemester 1951/52. Stimmt das? Eines ist sicher: Die Welt ist im Wandel. Ausgang? Ungewiss. Wir sind unterwegs – mitten in Transformationen, die manchen noch abstrakt scheinen. Krisen machen sie schmerzhaft konkret: Klimakrise und Corona-Pandemie verlangen uns Entscheidungen, Handeln und Haltung ab. Und neues Denken, denn wir erleben: Althergebrachte Lösungen funktionieren nicht. Die Einsicht ist brutal und herausfordernd. Was wir brauchen? Neue Utopien. Möglichkeitsräume (Futur II). Und wo finden wir die? Im Denken. Wo probieren wir sie aus? Im Labor.

Dezentralisierung, dezentral

… ist die Zukunft des Energiesystems! Noch viel mehr Menschen als heute werden erneuerbare Energie an vielen Orten herstellen und durch intelligente Systeme verteilen und verkaufen (Prosum). Aber: Wie geht das? Regional, autark, vernetzt, in konzentrischen Kreisen, zellular? Wer organisiert das, wie funktioniert das alles fair und gerecht (Teilen; Transformation)? Daran arbeiten wir, gemeinsam (Zusammenarbeit) mit vielen Experten, Forscherinnen und Tüftlern, Studierenden und Kunstschaffenden – Menschen, lokal und überregional (Netzwerk).

Dialog

Mindestens eine/einer fragt und eine/einer antwortet: Grundlage und Keimzelle von Kommunikation und Kooperation (Zusammenarbeit). Und gerade mit Blick auf die Energiewende sind viele Fragen offen und diverse Antworten möglich. Wir suchen, bieten, nutzen und fördern zahlreiche Gelegenheiten zum Dialog – in Labs (Labor) und Quartieren, medial und im Blog, mit Projekten, Programmen, Partnern und Netzwerken. Wir stoßen Diskussionen an – und Kontroversen (Konflikt). Auch der Dialog über die großen globalen Fragen beginnt im Kleinen: im Hier und Jetzt, im Alltag. Unsere Aufgabe als Stiftung ist es, diese Dialoge zu bündeln oder anzustoßen, einzuordnen, weiterzutragen und in größere Kreise einzubinden. Und: Plattformen (Raum) für diese Gespräche zu schaffen. Analog und digital, online und offline, lokal und überregional, von der energetischen Sanierung im Quartier bis hin zum Energiesystem der Zukunft. Wie wollen wir leben?

Digitalisierung, digital

… ist einer der Megatrends, die unsere Gegenwart und Zukunft bestimmen. Ein gewaltiger Paradigmenwechsel, der alles verändert – weit über die Grenzen der Technologie hinaus, bis hin zu unserer Vorstellung vom Menschsein selbst: Machine Learning und Künstliche Intelligenz verwischen die Grenze von Mensch und Maschine immer mehr (Roboter). Skeptisch? Verweigerung hilft nicht. Wer sich der Transformation entzieht, gibt seine eigene Entscheidungsgewalt aus den Händen. Intelligente Netze werden in Zukunft auch dann unsere Stromversorgung sichern, wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint. Entscheidend für die Energiewende sind präzise Daten (Teilen), denn sie garantieren weniger Verschwendung und besseren Ausgleich von Lasten und Schwankungen. Bergen aber zugleich höhere Risiken für Missbrauch. Umso wichtiger: Datenschutz. Und: Die Digitalisierung macht’s möglich, auch kleine Akteurinnen und Akteure aktiv ins energiewirtschaftliche Geschehen einzubinden – allen voran Prosumer. Wir arbeiten mit an einer transparenten Digitalisierung.