15. Dezember 2020

Das European Youth Parliament präsentierte europäischen Spitzenpolitikern Impulse für eine klimagerechte Zukunft

Frische Ideen für die Gestaltung der (Klima-) Zukunft Europas

Kann eine Debatte von EU-Politikern und jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren als Inspiration für die (Klima-)Zukunft Europas dienen? Die digitale Sitzung „Young Europe Ambassadors’ Visions for the Future of Europe” am 1.12. im Auswärtigen Amt hat gezeigt, dass das möglich ist. Unter den Teilnehmern: EU-Minister und Alumnis der von uns geförderten Initiative „European Youth Parliament - Power Shifts”. Das Ergebnis: Eine Begegnung auf Augenhöhe mit vielen neuen Ideen für die Klima-(Zukunft) der EU. Federico Barbieri, einer der „Young Europe Ambassadors” aus Italien und Ingenieur für erneuerbare Energie, zieht eine Bilanz des Treffens.

Die Förderung von Bio-Plastik, der Schutz der Rechte von Flüchtlingen und der verbesserte Zugang zum Gesundheitssystem: Diese und andere Themen standen am 1. Dezember im Zentrum des Online-Treffens „Young Europe Ambassadors’ Visions for the Future of Europe”. Unter der Schirmherrschaft des Auswärtigen Amts moderierte Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt und aktueller EU-Ratspräsident Michael Roth die Veranstaltung, bei der sich über 27 Europaminister der EU-Mitgliedstaaten, zahlreiche diplomatische Vertreter, Minister der EU-Beitrittskandidaten der Westbalkanländer und 27 Teilnehmer des European Youth Parliaments (EYP) zur Debatte begegneten. Die Idee dahinter: Ein Dialog über die Impulse des EYP Think Tanks „Young Europe Ambassadors Visions for the Future of Europe”, für den junge EYP-Alumni ein Paper mit Ansätzen und Lösungen für die (Klima)zukunft Europas formuliert haben. Der Hintergrund der Digital-Sitzung mit den EU-Ministern: Inspirationen für die Ende Dezember stattfindende „Konferenz über die Zukunft Europas”. Bei letzterer stehen die Zukunftswünsche der EU-Bürger im Fokus.

Junge Menschen entwickeln frische Ideen für die Energiewende

Neben renommierten Teilnehmern wie Stef Blok, Außenminister der Niederlande, Hans Dahlgren, schwedischer Minister für Europa, und den Vize-Präsidenten der EU Kommission Maroš Šefčovič und Dubravka Šuica waren auch die Alumni des EYP vertreten. Darunter auch Federico Barbieri: Als Ingenieur für erneuerbare Energien ist er gleichzeitig in den Jugend-Energienetzwerken SDG7 Youth Constituency und dem European Youth Energy Network(EYEN) aktiv. Für ihn stellt die Einladung des Auswärtigen Amts eine große Chance dar, die Zukunft der Energieversorgungs Europas auf Augenhöhe und mit den Menschen zu diskutieren, die diese Zukunft am meisten betrifft: „Wenn man junge Menschen ermächtigt und ihnen das Gefühl gibt, dass ihre Ideen wichtig sind – dann profitieren auch die Institutionen von den Impulsen.” Denn gerade beim Umgang mit Umweltthemen kämen die großen Impulse aus Graswurzelbewegungen jenseits des politischen Establishments. Dass diese Initiativen einen großen Einfluss auf unsere Gesellschaft ausüben, habe vor allem „Fridays for future” bewiesen, ergänzt Barbieri. 

„Ich hoffe, dass dieses Treffen dazu beiträgt, den Austausch europäischer Jugendnetzwerke weiter zu entwickeln.”

Für den EYP Alumni steht vor allem der Wissensaustausch im Vordergrund, denn nur so sind Veränderungen möglich. „Ich hoffe, dass dieses Treffen dazu beiträgt, den Austausch europäischer Jugendnetzwerke weiter zu entwickeln,” meint der Ingenieur. Denn die Generation der 16 - 26 jährigen sind die Brückenbauer zwischen den Generationen. Um das Energiesystem nachhaltig zu verändern, sei daher neben technischen Innovationen auch die frühzeitige Einbeziehung der Bürger wichtig. 

Das „Young Ambassador Project Meeting” hat den Einflussbereich des EYP vergrößert

Der Austausch fand nicht nur bei den Alumni, sondern auch bei den EU-Ministern guten Anklang. „Die Leidenschaft und Motivation der Teilnehmer war auch virtuell wahrzunehmen,” meint Federico Barbieri. Die Sitzung war ursprünglich auf 90 Minuten angesetzt – wurde aber auf drei Stunden verlängert. Zudem hat das virtuelle „Young Ambassadors Project Meeting” den Einflussbereich des EYP vergrößert. Vorher diskutierte die Initiative nur innerhalb der eigenen Versammlungen. Durch das Online-Format war auch erstmals eine direkte Interaktion mit den Ministern möglich. Diese Entwicklung ist auch dem Corona-bedingten Digitalisierungsschub zu verdanken. Inwiefern dieses neue Format auch bei zukünftigen EU-Debatten eine Rolle spielt, steht noch nicht fest.