Neue Kooperationen

Systeme hinterfragen

„Alles, was Grenzen überschreitet, ist bewunderns- und erstrebenswert. Sobald es interdisziplinär wird, wenn Mathematiker mit Biologen zusammenarbeiten oder Ärzte mit IT-Spezialisten in den Austausch treten: Das schafft Innovation. Wissenschaft funktioniert nur im Team; je diverser, desto besser.“ (Lorenz Adlung im Gespräch mit Sibylle Berg, Nerds, 2020)

Was benötigen wir für einen erfolgreichen Übergang in ein nachhaltiges, kohlenstoffneutrales Wirtschafts- und Gesellschaftssystem? Einen Systemwechsel, einen stärkeren Staat – oder reicht eine schrittweise Änderung des Wirtschaftssystems? Brauchen wir Verbote – oder Anreize? Und wie unterscheiden sich differenzierte Antworten auf diese Fragen in verschiedenen sozialen Milieus?

Um diese Fragen kreist die Weiterentwicklung des „Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers der Energiewende“, die unter anderem erfassen soll, inwieweit aktuelle Diskussionen und Ereignisse – wie die Corona-Pandemie – Einstellungen zum Klimaschutz beeinflussen. Steht das Ziel Klimaneutralität im Widerspruch zur Wachstumsorientierung? Wer sollte am ehesten in die Pflicht genommen werden, um Klimaschutz zu ermöglichen: Finanzmarkt, Produzenten, Verbraucher?

Wir wollen die tatsächliche Akzeptanz für eine Energie- und Mobilitätswende in unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus untersuchen. Wie weit reicht etwa diese Akzeptanz, wenn es nicht um die Elektrifizierung von Fahrzeugantrieben geht, sondern um Maßnahmen, die auf eine Überwindung der Dominanz des privaten Pkw-Systems abzielen?

Wissenschaft

Neue Fragen, die wir mit renommierten Partnern in neuen Kooperationen klären – aktuell führen wir konkrete Gespräche mit wissenschaftlichen Institutionen. Die Stiftung will die Rolle der Wissenschaft reflektieren und neue Allianzen schmieden: Wie verortet sich die Wissenschaft in der Gesellschaft? Brauchen wir mehr wissenschaftlichen Aktivismus – oder mehr „reine“ Wissenschaft? Müssen wir Alarmismus betreiben in Zeiten und im Zeichen der Corona-Pandemie und der Klimakrise? Wie ist das Verhältnis der Wissenschaft zu anderen sozialen Systemen? Autorität zu hinterfragen ist grundsätzlich positiv, wird aber problematisch, wenn wissenschaftliche Meinung per se als unglaubwürdig gilt. Woher rührt die Skepsis?